Faszination schwarz/weiß – Faszination ´Reduktion´
Kaum ein anderer Bereich der Fotografie ist derzeit so „Hip“ wie die Schwarz-Weiß-Fotografie. Die Firma Leica hat sogar eine fast unerschwinglich teure Kamera auf den Markt gebracht, die nur Schwarzweißaufnahmen macht. Wohl alle anderen Herstellen haben in ihre Kameras die Spezialfunktion schwarz/weiß als Voreinstellungsmöglichkeit eingebaut. Ich denke, das sagt viel aus über die derzeitige Bedeutung der Schwarzweißfotografie.
Dabei ist die Schwarzweißfotografie eigentlich die ursprünglichste Art des Fotografierens. Die ersten Fotografen im 19.Jahrhundert fotografierten ausschließlich schwarz/weiß. Dass die Schwarzweißfotografie jetzt wieder eine derartige Renaissance erfährt, hat sicherlich viele Gründe, denen ich an dieser Stelle nicht im Einzelnen nachgehen möchte.
Entscheidend ist für die eigene Position zu dieser Art des Fotografierens. Für mich ist sie zum einen eine Rückbesinnung auf meine eigenen fotografischen Anfänge bis hin zur handwerklichen (analogen!) Entwicklung im Fotolabor. Heute hat die Schwarzweißfotografie für mich aber vor allem eine besondere ästhetische Funktion, und das in mehrfacher Hinsicht. Schwarzweißbilder reduzieren sehr stark, in dem sie auf wesentliche Strukturen oder Inhalte beschränken lassen. Zudem können sie beeindruckende grafische Effekte schaffen. Genau darin legt für mich ihre Chance und Faszination und der Grund warum ich schon viele Jahre nach geeigneten Motiven für Schwarzweißumsetzungen suche. Denn das ist das eigentliche Problem: Die Bilder die für eine Schwarzweißumsetzung in Frage kommen, müssen hinsichtlich ihrer eigenen Struktur und Aussage dafür geeignet sein. Nur dann erzielen sie die beabsichtigte Wirkung.
Ob das immer gelingt liegt jedoch nicht nur an deren Auswahl, sondern auch daran, ob der Betrachter dies nachvollziehen kann. Aber das ist in der Kunst ja immer so und eigentlich ein entscheidendes Element für deren Rezeption, das der Kunstschaffende in der Regel selber gar nicht in der Hand hat.
Was Schwarzweißbilder aber immer leisten, ist eine Reduktion auf das Wesentliche mit all seiner Bedeutung für die eigene Wahrnehmung.
Eine Auswahl an s/w-Motiven. Die Bildergalerie wird laufend ergänzt und überarbeitet.

























© Jürgen Ritter
