c/o Jürgen Ritter 2019
Die Ausstellung im Rheintorturm
Ein erster Blick in die Räume



Bildbeispiele zum Thema der Ausstellung








Für alle Bilder dieses Beitrags: © Jürgen Ritter
Eindrücke von der Vernissage












Für alle Bilder dieses Kapitels: © Kripa Ritter und Sabine Ritter – 2019
Auszüge aus dem Gästebuch













Begleitprogramm
Sonntag, 04.08.2019
Mohamed Badawi und seine Frau interpretieren Bilder der Ausstellung musikalisch auf afrikanischen Instrumenten



Für alle Bilder dieses Kapitels gilt: © Kripa Ritter
Samstag, 14.09.2019
Finissage
Gedanken zum Schluss
Wenn wir heute die Ausstellung mit dieser Finissage beenden, geht es nicht nur darum, ein weiteres Mal über mehr oder weniger ansprechende Fotografieren zu sprechen, sondern auch darum, noch einmal auf eine Grundidee der Ausstellungskonzeption zurück zu kommen.
Der Gedanke dabei ist, dass Bilder, also auch Fotografien, vor allem dann nachdrücklich wirken, wenn sie beim Betrachter Assoziationen auslösen. (Diesen Umstand macht sich ja insbesondere die Werbewirtschaft zu eigen, die ihn bis ins Manipulative hineinsteigert.) Aber auch außerhalb der Werbung,setzen Bilder bei uns Erinnerungen frei, lösen Emotionen aus oder machen uns nachdenklich. Auch meditativ können sie wirken, wenn man bedenkt, dass viele Museumsbesucher teilweise lange Zeit versunken vor einem Gemälde sitzen und es auf sich wirken lassen.
Die Fotografie neigt in diesem Zusammenhang allerdings dazu, ins Oberflächliche abzugleiten. Vor allem vor dem Hintergrund der heutigen digitalen Möglichkeiten zur Massenproduktion von Bildern. Das Abdrücken des Auslösers ist in der Regel kein bewusster Prozess mehr, dem gründliche Kenntnisse der Fotografie zugrunde liegen, sondern eher ein millionenfacher Reflex. Vor diesem Hintergrund war es mir wichtig, dem Betrachter in der Ausstellung ein Angebot zu machen, die gezeigten Bilder in einen assoziativen Zusammenhang zu stellen. André Heller hat einmal in einem Chanson die Zeile formuliert: „Die wahren Abendteuer sind im Kopf!“ – Das ist über vierzig Jahre her. Ich habe allerdings heute den Verdacht, dass man den Kopf wieder daran erinnern muss, dass er für Abenteuer zuständig sein kann. Diesen Anreiz, den man ja auch als Denk-, Erinnerungs- oder Kreativprozess beschreiben kann, sollte in der Ausstellung durch drei Schwerpunkte vermittelt werden:
Erstens, der Bezug vom fotografisch aufgearbeiteten Thema ‚Wasser‘ zu aktuellen Problemen des Umweltschutzes, wie ihn Herr Prof. Gaier bei der Vernissage hergestellt hat.
Zweitens, die Umsetzung von Bildmotiven in musikalische Klänge und Rhythmen, wie es Mohamed Badawi in einem tollen Konzert vor vier Wochen gemacht hat.
Und drittens, die Verbindung des Bildes zur Literatur, die gleich im Anschluss Herr Prof. Gaier aufzeigen wird. Dabei wird das Bild, und das nehme ich jetzt vorweg, da es meinen Part betrifft, nicht als Illustration des Textes verstanden, was ja üblicherweise eine Funktion in diesem Zusammenhang ist, sondern als optischer Bezug, der die Verbindung zur Literatur im Sinnes des sich Erinnerns herstellt. Das fotografische Motiv ist also der Ausgangspunkt zu dem Bild, das ein Text in unserem Kopf hinterlassen hat. Ein Brückenglied sozusagen.
Herr Gaier und ich sind dazu im Rahmen der Vorbereitungen anhand einer Art fotografischem Skizzenbuch viele Wassermotive durchgegangen, auch solche, die es nicht in die Ausstellung geschafft haben, und es war für mich beeindruckend, wie er zu einzelnen Bildern reagierte. „Da fällt mir Meyer ein“, „Da hat doch Goethe…“, usw. waren spontane Reaktionen, die mir zeigten, dass meine Idee eine Verbindung vom Bild zum Text herzustellen funktionierte. Auf die Idee kam ich übrigens durch ein Buch, das ich einmal auf einem Flohmarkt fand: „Bild und Text beim Thomas Mann“(1). In diesem Buch wird aufgezeigt, welche Bilder Mann zu Texten inspiriert haben sollen.
Die Umkehr war also dokumentiert. Das Bild nicht als Illustration, sondern als Inspiration auch im schriftstellerischen Bereich, bis hin zur Weltliteratur. Die wahren Abenteuer sind eben im Kopf!
Zu einem Text von Herrn Gaier, dem letzten, wird es kein Bild geben. Dieses müssen Sie in ihren Köpfen entstehen lassen, oder morgen mit dem Fotoapparat selber aufnehmen. Goethe, von dem im Folgenden Vortrag noch die Rede sein wird, wird der Ausruf zugeschrieben „Bilde, Künstler! Rede nicht!“ – Nun weiß ich zwar nicht, ob ich mich als Künstler überhaupt bezeichnen darf, bin jetzt aber doch lieber ruhig und übergebe an Herrn Gaier. Nicht, dass es noch heißt, „Bilde, Künstler! – rede nicht ZUVIEL!“
(1) Hans Wysling (Hsg), Bild und Text bei Thomas Mann, München 1975
© Jürgen Ritter – 2019
Impressionen der Finissage









Für alle Bilder dieses Beitrags gilt: © Kripa Ritter
Persönliche Anmerkung zur Vortrag von Prof. Gaier im Rahmen der Finissage:
Herr Prof. Gaier sprach im Rahmen der Finissage frei zu vorab Bilder ausgesuchten Bildern, zu denen er einen literarischen Bezug herstellen konnte. Die entsprechenden Gedichte las er dann vor oder trug sie sogar auswendig vor. Anschließend gab er einige Erklärungen dazu, wenn er das für sinnvoll oder notwendig hielt. Damit konnte er auch geschickt auf die Reaktionen im Publikum eingehen. So gelang es ihm, nicht nur eine interessierte, sondern auch eine heitere Atmosphäre herzustellen. Als er das merkte, gab er, ganz außerhalb des Programms, spontan, Morgensterns ‚Fisches Nachtgesang‘ mimisch wieder, um dann zum verabredeten Bild-, Textbezug zurück zu kehren. Toll. Das Publikum war begeistert. Ich auch(!), denn meine Intention, von meinen Bildern ausgehend die Brücke zur Literatur zu schlagen, hat er ohne universitäre Abgehobenheit überzeugend umgesetzt. Daher auch an dieser Stele nochmal ein herzliches Dankeschön an Herrn Gaier – (JR)
Bilder der Ausstellung, die noch fehlten

























