In dieser Rubrik zeige ich Bilder, die mir im Laufe des jeweils zurückliegenden Montas wichtig oder interessant erschienen. Dabei muss es nicht immer um eine exzellente fotografische Qualität gehen. Es können auch Momentaufnahmen sein, die eine besondere Bedeutung haben. Alle „Puristen“ unter den Fotografen bitte ich hierfür um Verständnis und Nachsicht.
Neu
März 2026
Wie schon im Februar, ist auch das Märzbild keine s/w-Aufnahme und wurde auch absichtlich nicht umgewandelt. So kommt die Stimmung, die an diesem Nebeltag herrschte, besser zu Geltung und das ganze Motiv ist authentischer. Hier geht es ja nicht um die rein grafische Wirkung, sondern darum, die eigene körperliche Erfahrung der Kühle dieses Frühsommertags und die geheimnisvolle Wirkung, die durch die eingeschränkte Sicht im Nebel entsteht, festzuhalten. Das Bild entstand im Seeburgpark in Kreuzlingen (CH) und zeigt die Plastik „Frau im Wind“ von Henri König. Das zentrale Kunstwerk im Park.
Februar 2026
Im Kontrast zu den sonst vorwiegend in s/w gehaltenen Aufnahmen in dieser Rubrik steht das Februarmotiv durch seine Farbigkeit. Dies ist bewusst so gewählt, denn die Farbe der Blätter unterstreicht die Bildaussage. Erste Sonnenstrahlen wärmen, und schon nach außen geräumtes Mobilar der Freiluftgastronomie steht für die Gäste bereit. Ganz vergessen sind die Spuren des Herbstes allerdings noch nicht.
Januar 2026
Das Bild wird den einen oder anderen vielleicht ein wenig überraschen. Für mich gibt es aber die Stimmung an diesem Morgen eindrucksvoll wider. Der gerade erst am Vortag gefallene Schnee war über Nacht bereits wieder abgeschmolzen und das dabei entstandene Tauwasser hat sich seinen Weg gesucht. Winter ade? – Ein wenig Symbolkraft schwingt für mich im Motiv durchaus mit.
Dezember 2025
Wetterkapriole am spätherbstlichen Bodensee. (Gut, wenn man eine Kamera dabei hat!)
November 2025
Die Szene ergab sich bei einem Besuch im Kunsthaus Hamburg. Die Aufsicht beobachtete entspannt die BesucherInnen und die Exponate im Raum. Dabei entstand fast der Eindruck, dass hinter ihr keine Fenster, sondern Bilder ausgestellt wären.
Museen sind für mich immer wieder sehr inspirierende Orte zum Fotografieren. (Manchmal sind die forografischen Motive, die sicherge ben, interessanter als als die Exponate in den Ausstellungen selbst.)
Oktober 2025
Zu Besuch in Hamburg! – Und fast omnipräsent in dieser Stadt: die Elphi. Da reizt es einen als Fotografen, einmal eine Perspektive zu finden, die nicht alltäglich ist und schon zigmal fotografiert wurde. Gleichzeitig sollte sie auch die Besonderheit des Gebäudes zeigen. Nähert man sich der Elphi von der Stadt her, und nicht dem Ufer entlang, steht sie mächtig hinter den davor legenden Gebäuden. Dabei kontrastiert sie architektonisch und grafisch mit diesen. Fast vorhangartig bringt sie eine Wellenbewegung ins Bild.
September 2025
Im Monat September entstand dieses Bild während ich gerade mit den Kameraeinstellungen beschäftigt war und kontrollierend durch den Sucher sah. Ich war unterwegs. Nach langer Zeit wieder einmal forografierend. Zu dieser persönlichen Situation passt das Motov für mich. Wieder unterwegs! – Wieder auf dem Weg!
August 2025
Das scheinbar banale Motiv für diesen Monat habe ich ausgewählt, obwohl es schon vor längerer Zeit aufgenommen wurde. Entscheidend war für mich jedoch nicht der Aufnahmezeitpunkt, sondern, dass es mich immer wieder fasziniert hat. Die Aufteilung der Licht- und Schattenzonen, das Hell- und Dunkel auf den Treppenstufen, getrennt durch das übergroß erscheinende Geländer sind für mich genau die optichen Alltäglichkeiten, die eigentlich banal erscheinen und im Alltag in ihrer Subtilität viel zu wenig wahrgenommen werden. – Das Bild entstand im Rathaus der Gemeinde Litzelstetten, in dem zur Zeit meine aktuelle Ausstellung zu sehen ist.
Juli 2025
Das Julibild soll – bewusst – einen Kontrast zum Motiv aus dem Juni darstellen. Ich muss zugeben, dass es (fast) zufällig entstanden ist. Eigentlich wollte ich mich mit einer Serie über Menchen in Bewegung beschäftigen und dabei die üblichen fotografischen Techniken umgehen, sondern mich ausschließlich mit dem Motiv beschäftigen. Die Ergebnisse waren – zugegebenermaßen – duchwachsen. Bis auf dieses eine Motiv, an dem ich festgehalten habe. Die Unschärfe der beiden Personen, die offensichtlich in einer eher ruhigen Bewegung sind, kontrastiert für mich mit den strengen, starren, linearen und flächigen Bildteilen in der unteren rechten Bildhälfte. Durch den diagonalen Aufbau entsteht eine zusätzliche Dynamik. (Anm.: Das Bild wurde „aus der Hand geschossen“, wie man so nett sagt. Die Aufnahme ist also zufällig entstanden, wobei die Kamera etwa hüfthoch gehalten wurde.)
Juni 2025
Lebhafte Symmetrie – könnte der Titel für das Junimotiv sein. Die vorgegebene bauliche Symmetrie wird aufgelockert und dynamisiert durch das junge Paar im linken Teil. Das Paar bedeutet für das Bild aber noch mehr. Aus seiner Positiion ergeben sich die Fragen, die die Betrachtung des Motiv interessant machen: Wo sind sie? – Was erwarten SIe? – Worauf warten sie? – Was sehen sie? – Was haben sie vor? / Der Bildhintergrund ist völlig undefiniert und lässt Spielraum für die eigene Bildinterpretation.
Mai 2025
Das Maibild ist zweierlei: Einmal ein bewusst gesetzter, fast verspielt wirkender Gegensatz zum April-Motiv, das aber dennoch meinem Ansatz folgt, grafischen Elementen – hier v.a. die Linie – im Motiv nachzuspüren. Es stellt ein einfaches, hölzernes Treppenhaus dar, über das man in die Ausstellungsräime meiner derzeitigen Ausstellung gelangt, die in einem älteren Gebäude im Obergeschoss gezeigt wird. Der Blick geht von oben nach unten, so dass man fast erwarten kann, dass Besucher hinaufkommen. Gleichzeitig ist das Treppenhaus aber auch verschachtelt und irritiert. Was führt wohin? In welche Tiefe reicht es? – Fotografisch interessant sind dabei aber vor allem die Elemente, die die Bildwirkung erzeugen und den Prinzipen der fotogtragischen Ausrichtung der Ausstellung folgen: Linien und Flächen bestimmen das Motiv. Aber eben nicht nur das Motiv, sondern auch die reale Umgebung des Treppenhauses, wodurch eine inhaltliche Verbindung zwischen der Raumwirkung der Gebäudeteppe und der Grundthematik der Ausstellung entsteht.
April 2025
Das Aprilbild zeigt, wie sich eine grafische Wirkung durch eine einfache Schwarz-Weiß-Umwandlung erzielen lässt. Ein Vorgang, der mich immer wieder fasziniert, führt er doch zu scheinbar abstrakten Bildkompositionen, die aber eigentlich Abbildungen realer Dinge sind. So auch in diesem Bild. Abgebildet ist die Sicherheitseinfassung eines Treppenabgangs. In diesem Fall ist sie, passend zum Gebäudestil, gemauert. Der besondere Lichteinfall im Raum ereugt die unterschiedlichen Grauabstufungen. Durch die Reduktion auf Grau-Werte wird die reale Räumlichkeit aufgehoben. (Aufnahmeort: Galerie Turm zur Katz, Konstanz)
März 2025
Eigentlich führt dieser Weg ab dem späten Frühjahr, wenn die Luft wieder wärmer ist, ziemlich spektakulär in den See zum Baden. Um diese Jahreszeit, in der das Wasser noch extrem niedrig ist, bietet er ein willkommenes Fotomotiv. Der Blick des Betrachters wird durch die Haltestange direkt, geradlinig in das Bild hineingeführt. Scheinbar ist das Wasser fast unerreichbar weit weg und man kann sich kaum vorstellen, in ein paar Wochen hier zum Baden zu gehen und die dann willkommene Abkühlung zu genießen. Durch die Wolkenformation und das im Herbst gewachsenen Ufergras, erhält das Motiv eine Auflockerung und Natürlichkeit.
Februar 2025
Als wollte es sich befreien: Das Konstanzer Münster, Schauplatz herausragender historischer Ereignisse, ist eingerüstet. Auf Jahre hinaus. Zu marode sind die Steine unter den Einflüssen der Witterung über die Jahrhunderte hinweg geworden und müssen saniert werden. Fast hat man, wenn man vor dem eingezwängt wirkenden Gebäude steht, den Eindruck, als wolle sich die Kirchturmspitze aus der Ummantelung der Gerüststäbe befreien. Fotografisch gesehen entsteht ein interessantes Spiel der Linien. Die eigentliche Fassade verschwindet jedoch hinter dem Gerüst vollständig. Es entsteht eine interessante grafische Struktur, die keine Rückschlüsse auf das bisherige Aussahen mehr ermöglicht und dadurch auch dem Passanten vor dem Gebäude ein ganz neues, fast bedrohliches, Rumgefühl vermittelt.
Januar 2025
Ein winterlicher Blick in die Konstanzer Bucht. Und eine eher seltene fotografische Situation: Im Hintergrund die Silhoutte der Stadt, vom Münster dominiert, aber insgesamt von leichten Grautönen bestimmt und zurückhaltend angedeutet. Im Vordergrund ein kleines Stück Ufer, mit einem Baum im Zentrum, das wie ein Eingang zur Bucht wirkt. Das nur leicht von Wellen durchbrochene Wasser reflektiert den Baum schemenhaft, wodurch das Bild eine zusätzliche optische Ebene erhält.
Dezember 2024
Das Bild enstand während einer Marokko-Reise im November. Es zeigt eine Szene aus der unvorstellbar großen Hassen-II.-Moschee in Casablanca, Einem beeindruckenden Gebäude, das bis zu 25.000 Gläubige fassen kann. Die selbstverständliche Offenheit und Zugänglichkeit des Gebäudes gerade auch für Fremde und offenkundig Andersgläubige war eine nachhaltige interreligiöse Erfahrung.
November 2024
Eigentlich orientiere ich mich eher an grafischen Bildmotiven, als an Motiven wie diesem, das ich im weitesten Sinn der Street-Fotografie zuordnen würde. Der Art des Fotografierens also, bei der man die Motive quasi im Vorübergehen entdeckt und häufig schnell reagieren muss, um sie festzuhalten. In dieser Aufnahme entsteht die eigentliche Spannung im Motiv durch das Nebeneinander von einer Schrift mit fast aufforderndem Charakter und den Personen daneben. Dabei bleibt die Beziehung der beiden zueinander durch die Körperhaltungen und die rückwärtige Aufnahme unklar. Die Blicke gehen vermutlich in die Ferne und sind auf die sich abzeichnende Anonymität der Häuser gerichtet, wodurch sich inhaltlich ein weiterer Bezug zum Schriftzug ergibt .

Oktober 2024
Das Bild des Monats Oktober ist für meine Art des Fotogrfierens eher ungewöhnlich – zugegeben! Und eigentlich gehört es auch in die Kategorie „Kitsch“. Trotzdem habe ich es diesen Monat ausgewählt, denn es entstand unter dem Sitchwort „Fotografenglück“ zufällig bei einem abendlichen Spaziergang. Als ich loslief war eine derartige Stimmung noch gar nicht absehbar. Es hat für mich daher eher eine emotionale Bedeutung, denn eine fotografische. Fotografisch würde ich es vor allem als didaktisch relevant bezeichnen. Schließlich zeigt es in einer eher seltenen Weise sehr deutlich den Übergang vom Sonnenuntergang zur abendlichen ‚Blauen Stunde‘ und die jeweiligen Auswirkungen auf das Licht. So gesehen finde ich es interessant, auch wenn für mich persönlich, bei meiner üblichen Art zu fotografien, Kategorien wie ‚Blaue Stunde‘ normalerweise keine große Rolle spielen.

September 2024
Das Bild enstand an einem Strand auf Lanzarote. Da es hier eine leichte Form von Gezeiten gibt, hatte sich das Meer zum Zeitpunkt der Aufnahme weit zurückgezogen. Auch Badende gab es keine, so dass das Häuschen des Bademeisters zum bildbestimmenden Detail werden konnte
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August 2024
Es gibt viele Theorien zur und über die Fotografie. Eine davon besagt ja, dass Fotografie das Gestalten mit Licht ist. Gemeint ist natürlich das Spiel von Licht und Schatten; von Hell und Dunkel. Und genau das gibt für mich mein Bild des Monats August wieder. Dabei werden die Durchbrechungen im Boden noch zusätzlich hervorgehoben und so zu einem wichtigen Gestaltungselement innerhalb des Gesamtmotivs.

Juli 2024
Das Spiel der Formen und von Licht und Schatten fasziniert mich immer wieder. So auch in diesem Bild des Monats. Das Motiv selber ist in seiner eigentlichen Bedeutung, gekennzeichnet durch den Lichteinfall einer Gebäudekonstruktion, der flächige Schattenformen auf dem Boden erzeugt, sehr stark auf das rein Grafische reduziert. Aber ein wenig „Fotografengeduld“ hat dazu geführt, dass ein interessantes Detail durch einen vorbeikommenden Passanten einbezogen werden konnte. – Zugegeben, ein wenig Glück war auch dabei.
Juni 2024
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Das Bild ist schwer einzuordnen. Einerseits hat es scheinbar etwas von Straßenfotografie, andererseits dokumentiert es aber eine Situation in einer Ausstellung und zeigt im linken Teil ein Kunstwerk. – Entstanden ist es beim Besuch der diesjährigen Biennale in Venedig. Die raumgreifende Installation ist im italienischen Teil des Arsenales in einer Halle aufgebaut. Unzählige Gerüstelemente füllen den Raum dieser riesigen Halle bis unter das Dach. Hölzerne, orgelartige Pfeifen ergänzen die Raumwahrnehmung akustisch durch Töne. Es entsteht der Eindruck eines sakralen Raumes, den man nur schwer und auf vorgegeben Wegen begehen kann.
Der Herr im Bild ist der „Wächter“ dieser Installation und hat es sich im Schatten gemütlich gemacht. Gerade so, dass ein Teil des durch die Türe einfallenden Lichts ihn beleuchtet. Der Künstler, Massimo Bartolini, Urheber der Installation, sieht seine Arbeiten im Zusammenhang mit einer „Selbstfindung“ des Betrachters. (Kunstforum Band 296, Seite 330f) Man hat den Eindrück, dass der Aufseher sich selbst tatsächlich gefunden hat. So viel Unaufgeregtheit und Ruhe strahlt er aus bei seiner Tätigkeit aus.

Mai 2024
Immer wieder reizvoll: Das Fotografieren von Alltäglichem. Vor allem dann, wenn, wie in diesem Bild, die Situation nicht konstruiert ist, sondern einfach im Alltag entsteht. Solche Situationen als fotografisch interessante zu erkennen, und natürlich meine Begeisterung für das Spiel von Licht und Schatten, machen für mich einen Großteil meiner Fotografien und meines fotografischen Sehens aus.

April 2024
Frühjahr auf Lanzarote. Im dem kleinen Ort Haria war Makttag. Nichts Spektakuläres. Die üblichen Stände, wie man sie eigentlich überall im Süden findet. Nichts, was einem zum Fotografieren dorthin gelockt hätte. Und dann war da doch dieses Motiv, das eigentlich eine seltsame Szene darstellt. Unter einem (noch) kahlen Baum steht ein Straßenmusiker und sucht dessen Schatten, den es aber eigentlich so nicht gibt. Der Baum selbst wirft seinen spärlichen Schatten auf die Pflastersteine des Platzes, so, als wollte er sagen: Gebt mir meinen Lebensraum zurück. Grafisch gesehen werden die Blicke des Betrachters durch die Linien der Baumäste durch das Bild geführt und ein Oben verbindet sich mit dem Unten.

März 2024
Warten auf den Frühling! So ganz will der Nebel noch nicht weichen und lässt die Brücke in seinem Dunst versinken.
Februar 2024
Das Bild ist ein typisches Beispiel für den berühmten Zufall in der Fotografie. Den Moment, in dem du einfach eine Kamera dabei haben musst. Der kleine Weiher gehört zum „Eiszeitpfad Stoffelberg“ bei Ehingen/Donau. Durch seine windgeschützte Lage in einer Senke ist seine Wasseroberfläche fast immer spiegelglatt und reflektiert die umgebende Vegetation. An diesem Tag ergab sich eine besonders starke Reflexion, so dass sich oben und unten aufzuheben scheinen. Lediglich der kleine Baum in der Bildmitte hilft bei der Orientierung und Einordnung.
Januar 2024
Nebel, Kälte und frühe Dunkelheit können zwar durchaus reizvolle Rahmenbedingungen zum Fotografieren sein. Mich ziehen sie allerdings momentan nicht unbedingt hinaus ins Freie. Statt dessen suche gerne nach Motiven im Haus. Motive, wie dieses zufällig entstandene Stillleben einiger herumliegender Früchte. Der Schattenwurf entstand durch die Raumbeleuchtung, die zum Zeitpbkt der Auffanheme vorhanden war.
Dezember 2023
Zum Abschluss des Jahres nochmal ein Bild mit einem filigranen Motiv. Die ersten sehr heftigen Schneefälle haben dazu geführt, dass dieser selbst auf dünnsten Trieben eines jungen Baumes liegen bleiben konnte und dem Baum dadurch eine gewisse Fülle gab, die ihn überhaupt erst vom Hintergrund deutlich abhebt. Gleichzeitig ensteht ein farblicher Übergang zum Hintergrund, der im Grau des nachlassenden Schneetreibens all seine Details verliert und zur undefinierten Fläche wird. Dies verstärkt das Motiv des Baumes zusätzlich, stellt ihn eindeutig in den Mittelpunkt und macht ihn zum Symbol des beginnenden Winters.
Das Bild für mich zum Jahresabschluss auch nochmal einen starken Bezug zu dem Thema ‚Fotografisch‘, mit dem ich mich in diesem Jahr besonders intensiv auseinandergesetzt habe.

November 2023
Das Bild könnte unter Überschrift „Publikumsentscheid“ laufen. In meiner Ausstellung ‚FotoGRAFISCH‘, die mit dem Oktober zu Ende ging, war es eines der am meisten beachteten Motive. Dabei wollte ich es ursprünglich gar nicht unbedingt ausstellen und platzierte es zudem noch eher etwas abseits im Raum, unmittelbar neben der Treppe. Dennoch fand es bei den BesucherInnen großen Zuspruch.
Oktober 2023
Das Oktoberbild läuft für mich unter Rubrik: Glück gehabt! – Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort gewesen.
Es war Anfang Oktober. Spätnachmittags, die Sonne stand schon tief. Der Strand an der Westküste Sardiniens leerte sich. Alles bereitete sich eigentlich auf den Abend vor, als dieser Kite-Surfer die letzten Winde ausnutzte und plötzlich auf dem Wasser erschien.
Fast wäre er im Glitzern des Meeres und im Gegenlicht verschwunden. So entstand eine Situation im Sinne einer Momentaufnahme, bei der man nicht lange überlegen kann, sondern nur eines tun: abdrücken.
Das Ergebnis gibt allerdings die Stimmung perfekt wieder. Auch in s/w. Oder vielleicht gerade in s/w, da so die Elemente, die solche Abendmotive häufig kitschig erscheinen lassen, ausgeblendet wurden.
Der Surfer, weit draußen, die Weite des Meeres erkennbar, ganz im Hintergrund der heraufziehende abendliche Dunst.
(Anm.: In diesem Fall handelt es ich um ein Handybild)
September 2023
Von dem Bild, das ich für den September ausgewählt habe, gibt es zwei Varianten: eine in schwarz/weiß und diese in den Farben des Originalbildes. Das Motiv beseht für mich aus zwei Hauptelementen. Einmal der „Hingucker“, bestimmt dadurch, dass die beiden Personen nicht auf der Bank sitzen, sondern sich einen Platz vor der Stützmauer gesucht haben, und zum anderen durch die Stimmung, die im Bild festgehalten werden konnte.
Die Aufnahme entstand bei einer Wanderung hoch über dem Bodensee im Bereich der Schweizer Gemeinde Heiden. Für die Jahreszeit typisch, lag über dem See zu diesem Zeitpunkt noch eine Dunst- oder Nebelschicht. Die weißen Wolken bilden den Übergang zum eigentlich blauen Himmel. Der Aussichtspunkt selbst wurde schon von der Mittagssonne bestrahlt und es herrschten noch einmal hochsommerliche Temperaturen. Eben diese Stimmung ist es, die sich für mich über das Bild überträgt und für deren Darstellung mir die farbige Bildvariation geeigneter erschien.
August 2023
Es gibt Bilder, bei denen bin ich davon überzeugt, dass die farbige Abbildung der schwarz/weißen Darstellung vorzuziehen ist. So auch bei meinem Motiv für den Monat August. Ich bleibe dabei (vorläufig noch) bei meinem Stil, eher einfache, grafische Motive aufzunehmen, und bin an diesem Motiv mit seinen flächigen Chrakteristika nicht vorbeigekommen. Aber gerade bei diesem Motiv spielt die Farbe eine entscheidende Rolle. Die flächige Bildgestaltung wird durch die Farbe unterstrichen. Und die Stofflichkeit des blauen Sonnenschutzes bleibt erhalten und kontrastiert mit der unstrukturierten Wand hinter dem Durchgang. Die Übertragung in ein Schwarz-Weiß-Bild hätte viel an Spannung gekostet. Daher in diesem Monat eine Farbbild.

Das Motiv enstand im Kunstmuseum des Kanton Thurgau (CH) – https://www.kartause.ch/de/kunstmuseum-thurgau
Juli 2023
Aufmerksame BeucherInnen meiner Homepage werden es bemerkt haben: Das Motiv war bereits schon einmal ‚Bild des Monats‘ und zwar im Mai 2022. Auf Grund seiner klaren Linien und seiner optischen Strenge ist es einfach ein beliebtes Motiv von mir. Allerdings ergaben sich in letzter Zeit keine Möglichkeiten, einen neuen fotografischen Blick darauf zu werfen.
Das hat sich jetzt, bei meinem letzten Besuch im ‚Turm zur Katz‘ in Konstanz geändert. Die Umgebung des Motivs wurde der aktuellen Ausstellung angepasst, wodurch sich auch mein Blick auf das Motiv geändert hat und so ein anderer Eindruck von der Raumsituation entstehen konnte. Warum also nicht nochmal Bild des Monats? – https://turmzurkatz.de/
Juni 2023
Passend zur sommerlichen Jahreszeit: Die Blätter zweier Palmen greifen ineinander und durchdringen sich, was zu einer linearen Bildwirkung führt. Die Reduktion auf die Schwarz-Weiß-Wiedergabe verstärkt die grafische Wirkung und bildet den Übergang hin zu einer abstrakten wirkenden Darstellung ohne vollständig abstrakt zu sein.
Das Bild steht in diesem Monat somit exemplarisch für mein Suchen nach abstrahierenden grafisch wirkenden Mustern in der realen Umwelt.
Mai 2023
Das Bild für den Monat Mai stammt aus dem frühen April und wirkt an dieser Stelle vielleicht ein wenig winterlich. Ich habe es dennoch aus meiner Motivsammlung ausgewählt, da es für mich einen sehr schönen Gegensatz zum April-Bild darstellt. Einmal die urbane Ästhetik eines Gebäudes, und zum anderen die Vielfalt der visuellen Eindrücke in einem Park, deren optische Wirkungen dadurch bestimmt werden, dass das flach einfallende Sonnenlicht noch durch die Äste dringen und Schatten werfen kann. Die realen Bäume und die durch ihren Schatten lediglich als Projektion erkennbaren, überlagern und ergänzen sich. Diese Natureindrücke werden durch das Paar auf der Bank ergänzt, die scheinbar auf den Frühling zu warten scheinen.
April 2023
Das Haus, dessen Fassadenausschnitt im Bild zu sehen ist, steht in Bangkok. Es ist eines der unzähligen dortigen Hochhäuser. Die Anzahl der Stockwerke des Gebäudes habe ich nicht gezählt. Das Motiv ist mir aufgefallen weil sich zum einen der Kontrast ergibt zwischen der stark gegliederten Fassade und dem smogverhangenen, leer wirkenden Himmel, und zum anderen wegen des Versuchs, ein wenig Natur in den massiven Beton zurück zu bringen. Nicht lösbar war die Frage, ob es sich um eine leere Wohnung handelt, auf deren Balkon sich eine Pflanze versamt hat oder ob es ein bewusst abgestellter Blumentopf der Bewohner ist. Für die Bildwirkung ist das letzlich aber nicht erheblich.
März 2023
Mit meiner Wahl des Bildes im Monat März, möchte ich ganz bewusst einen strukturellen Gegensatz schaffen zu dem Bild aus dem vorangegangenen Monat. Das Chaotische (Ferbruar) in Korrespondenz zur klaren Linie (März). Das Bild bietet aber noch mehr. Es ist genau das, was mich an der Fotografie immer wieder reizt und fasziniert: Das Erkennen und fotografische Fixieren von graphischen Strukturen, die sich zufällig ergeben. Und wenn dann noch, wie in dieser Aufnahme das Licht geschickt einfällt, ensteht eine – wie ich meine – stimmige Fotografie.Es ist für mich eine zentrale Herausforderung des Fotografierens, solche Gegebenheiten wahrzunehemen.
Februar 2023
Das Bild, das ich für den Monat Februar ausgesucht habe, könnte man durchaus als abschreckendes Beispiel für die optische Zerstörung unserer Umwelt verstehen. Wenn ich mit der Kamera unterwegs bin, suche ich ja immer nach grafischen Strukturen in unserer Umwelt. Was ich aber hier gefunden haben, grenzt schon fast an eine Form optischer Verwarlosung. So heftig und abschreckend, dass ich es einfach festhalten musste, auch wenn es im klassichen Sinn kein „schönes Bild“ ist. Aber es ist autentisch. Denn auch solche optischen Reize prägen im täglichen Leben unsere Sichtweise auf die Umwelt. – Leider!
Januar 2023
Das Klima ändert sich. Dies verdeutlicht dieses Bild in besonderem Maß. Eigentlich müssten um diese Jahreszeit frostige Temperaturen herrschen, die die Luft klar werden lassen und den Blick weiten. Statt dessen entsteht eine herbstliche Stimmung, gekennzeichnet von tief liegendem Nebel, der sich über dem See und dem Rhein bildet und die Sicht auf die eigentliche Stadt verstellt, so dass nur noch einige höhere Gebäude, wie dieser Kichturm, vor dem Säntismassiv im Hintegrund herausragen.
Dezember 2022
Bei diesem Bild möchte ich ganz bewusst darauf verzichten, einen erläuternden Text hinzuzufügen. Ich bin mir sicher, es spricht für sich!
November 2022
Der Herbst hat es bislang möglich gemacht: Biergärten und Seerestaurants konnten weiterhin öffnen. (Ungewöhnlich!) Somit ist das Bild des Monats November in diesem Jahr ein Stimmungsbild, in dem man vielleicht auch ein wenig „Klimakritik“ sehen kann.
Oktober 2022
Im Oktober bleibe ich noch einmal beim Spiel von Licht und Schatten. Allerdings hat das Bild eine andere Bedeutung als das Beispiel aus dem letzten Monat. Nicht nur, dass viele Bäume bereits ihr Laub abgeworfen haben, sondern der Schatten der Äste und Zweige wirft filigrane Linien auf den Boden, die durch die Bordsteinkante radikal durchschnitten werden. In der Bildwirkung entsteht brachial Trennendes und löst das rein Filigrane auf. Ein Schnitt geht durch das Bild. Rein grafische Bildelemente erhalten hierdurch eine Symbolkraft, die über ihre eigentlichen Strukturen hinausweist.
September 2022
Selten hat mich das Spiel von Licht und Schatten so fasziniert, wir bei diesem Motiv. Genaugenommen ist es nichts anderes als ein sommerlicher Baum vor einem Hauseck. Durch den besonderen Einfall des Sonnenlichts zur Zeit der Aufnahme, erhalten die Mauerteile im Hintergrund aber besonders interessante grafische Strukturen. Der helle Bereich im Bild links wird voll von der Sonne beschienen, so dass keine Details zu erkennen sind. Anders im rechten, größeren Bildteil. Hier entsteht optisch eine schräge Linie, die von der oberen Bildmitte zum unteren Drittel des rechten Bildrandes verläuft. Der Teil über dieser Linie ist kaum strukturiert und erscheint fast in einem durchgängigen Grauton. Obwohl es die selbe Wand ist, zeichnen sich unterhalb dieser Linie die Strukturen des angebrachten Putzes deutlich, sogar leicht überzeichnet, ab. Das Bild wurde nur insofern bearbeitet, dass das originale Farbbild in ein s/w-Bild umgewandelt wurde. Alle anderen grafischen Bildwirkungen sind allein dem Sonneneinfall zu verdanken.
August 2022
Nein, nicht alles auf der diesjährigen Documenta 15 war schlecht – im Gegenteil. Ein besonders eindrücklicher Moment war, als man im Gewölbe unter dem Fridericianum durch diesen Vorhang druchlaufen konnte, auf den gleichzeitig das Portrait einer Frau projiziert wurde. Da die Stoffbahnen in mehreren Schichten hingen, entstand ein beeindruckensdes Raumerlebnis, unterstützt von der Illusion, eine Person zu durchdringen.
Saodat Ismailowa, Chilltan, 2022 – Videoprojektion auf Textil
Juli 2022
Bei einer Schifffahrt, bei der das Boot eine Weile sehr langsam fuhr, fiel mir diese interessante Brechung auf, die zwischen dem leichten Wellenschlag des Schiffes und dem ungewöhnlich ruhigen Wasser entstand. Es bildete sich eine fast behutsame, leichte Spannung zwischen den beiden Bildteilen, die dieses gerade deshalb für mich interessant machten. Um die grafische Wirkung zu verstärken wurde das Bild, das ursprünglich in Farbe aufgenommen wurde, in ein Schwarz-Weiß-Bild umgewandelt.
Juni 2022
Wer schon ein wenig über mein fotografisches Sehen auf der Homepage gelesen hat, wird sich nicht wundern, dass ich gerade dieses Bild ausgewählt habe. In ihm kommt für mich in besonderer Weise das zum Ausdruck, was es zu entdecken und mit Hilfe der Fotografie festzuhalten, aber auch zu schulen, gilt.
Ein alltäglicher, vetrauter Gegenstand, ein Geländer, das zu einer Unterführung gehört, bekommt durch die Brechungen in seinem Schatten eine interessante grafische Bildwirkung. Die reale Welt und ihr Bild als Schattenwelt verbinden sich zu einer eigenen Komposition, die das Reale aus seiner Funktionalität herauslöst. Dafür zu sendibilisieren, diese wahrzunehmen, möchte ich fotofrafisch einen Beitrag leisten, da ich denke, dass aus dieser „Schulung des Sehens“ ein Sensibilisierungsprozess für alle Bereiche unserer Persönlichkeit angeregt werden kann. Das Reale wird zum Irrealen, und beides zusammen zur neuen Ganzheitlichkeit.
Mai 2022
Für den Mai habe ich mir aus einer Reihe möglicher Motive eine sehr grafisch wirkende Aufnahme ausgesucht. Das Wechselspiel aus flächigen Bidelementen und grafisch-linearen Anteilen, hat mich sehr fasziniert. Entstanden ist die Aufnahme eigentlich zufällig. Beim Besuch einer Ausstellung mit Arbeiten zweier Fotigrafen in der städtischen Konstanzer Galerie ‚Turm zur Katz‘, fiel mein Blick beim Rausgehen auf die Gestaltung des Treppenhauses, das die einzelnen Ebenen miteinander verbindet.( https://turmzurkatz.de/ )Und dabei fiel mir das Wechselspiel von Linie und Fläche auf, das für mich schon beinahe abstrakte Qualitäten hat. Die Farbnuancen in den weißen Bildpartien entstanden durch unterschiedliche Lichtquellen, die im Ausstellungraum installiert waren und einen einheitlichen Weißabgleich nicht ermöglichten.. Ich habe sie bewusst stehen lassen und nicht nachträglich angepasst, da sie für mich dem Bild eine zusätzliche interessante Wirkung geben, auch wenn dieser Eindruck so vor Ort nicht wahrnehmbar war, da das Auge diese Unterschiede ausgleicht.
April 2022
Das Bild des Monats April habe ich von einer Reise nach Ägypten mitgebracht, die ich Ende März bis Mitte April gemacht habe. Die Reise selbst war fotografisch leider wenig ergiebig, was daran lag, dass sie organisiert in einer Gruppe durchgeführt wurde und dadurch nur wenig Zeit blieb, engagiert zu fotografieren. Entstanden sind daher vor allem Aufnahmen mit tourisischem Charakter, früher hätte man sie Postkartenmotive genannt. Ein paar interessante Motive konnte ich dann doch festhalten. Dazu gehört für mich auch mein Bild des Montas April.
Es enstand am frühen Morgen auf dem Nil, kurz vor Sonnenaufgang. Die Stimmungen am Morgen waren immer etwas geheimnisvoll. Die Landschaft lag in einer Art nebligem Dunst und es herrschte eine fast meditative Stille. Verstärkt wurde der Eindruck noch dadurch, dass bereits schon am frühen Morgen im April die Temperatur bei fast 30 Grad lag. Ich genoss diese morgentlichen Stimmungen immer wieder für mich, wenn die meisten anderen Mitreisenen noch schliefen.
Mein Bild des Montas ist also sowohl eine stimmungvolle Aufnahme einer ganz besonderen Atmosphäre, als auch eine wunderbare Reiseerinnerung.
März 2022
Man kann viel über Fotografie sinnieren, diskutieren, Aufnahmen schön oder häßlich, ja sogar als gut oder schlecht empfinden. Und natürlich kann man auch ganz sachliche, von der Fototechnik bestimmte Kriterien anlegen, um Bilder zu beurteilen. Aber Fotografie war schon immer, abseits aller künstlerischen Positionen vor allem auch eines: politisch. Auch wenn dieser politische Ansatz nicht mein fotografischer Schwerpunkt ist, komme auch ich in diesen Zeiten nicht umhin, für mein Bild des Monats eine entsprechendes Motiv auszuwählen. Alles andere wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht angemessen und nur Schöntuerei.

Februar 2022
Das Bild, das ich für den Monat Februar ausgesucht habe, dürfte etwas überraschend sein. Bei der Durchsicht meiner Bilder des vergangenen Jahres, die ich „traditionell“ im Januar rückblickend und sortierend mache, bin ich wieder darauf gestoßen. Es entstand bereits im Sommer 2021 bei einem Besuch in der Galerie Mochental ( https://www.galerie-schrade.de/ ). In dem nahezu monochrom schwarzen Bild spiegelt sich, aus einem bestimmten Blickwinkel betrachtet (daher die Verzerrung), das gegenüberliegende Fenster, wodurch zugelich mehrere Bildwirkungen entstehen: Das monochrome Bild wird farbig, es wird konkret, enthält eine Tiefenwirkung und die Räume scheinen sich zu durchdringen. Genau genommen ist es aber ja nur eine Spiegelung, wodurch das Motiv auch an meine Serie mit natürlichen Spiegelungen anschließt und auf diese Bezug nimmt. Solche Situationen, die sich immer wieder egeben aber eben auch flüchtig sind, da sie schon wenige Zentimeter weiter nicht mehr existieren, möchte ich fotografisch festhalten und zur Grundlage reflektierter Sehprozesse im Alltag machen.
Januar 2022
Dieses Bild gibt für mich in typischer Weise die atmosphärische Stimmung wider, wie sie häufig im Übergang von Dezember zu Januar 2020/21 herrschte.
Es wurde als Handybild während einer Autofahrt Anfang Dezember durch die trübe und wenig winterliche Landschaft aufgenommem. Fotografisch muss man es wohl der Kategorie „Schnappschuss“ zuordnen, denn Zeit war keine, um Feinabstimmungen bei der Aufnahme vorzunehmen. Der Entschluss, überhaupt ein Bild zu machen, entstand spontan um auch die Emotionalität der Situation dieser Fahrt möglichst authentisch festzuhalten.
(Ich war übrigens nicht der Fahrer!)
Dezember 2021
Winterzeit ! – Manches wird gerade in dieser Jahreszeit besonders sichtbar. Einfach, weil die Ablenkungen geringer werden und das erkennende Hinschauen auf Details ermöglichen, die man sonst gerne übersieht. Bei diesem Bild hat mich vor allem fasziniert, wie die Natur sich scheinbar dagegen wehrt, eingezäunt zu werden. Einen besonderen Reiz erhält es für mich dadurch, dass die linearen Strukturen der gebauten Umwelt mit dem chaotisch unstrukturiert wirkenden Wuchs des Efeus kontrastieren.
November 2021
Bei einem Spaziergang entdeckte ich diesen Bootssteg an einem Jachthafen. Es war ein eher trüber Herbststag. Das Wasser war nur leicht bewegt, wie man es im Bild oben links erkennen kann. Hinter dem Steg war es aber durch den Windschatten des Stegs völlig ruhig und bildete eine glatte Fläche, in der sich die Stegleiter spiegelte.
Oktober 2021
Wenn im Freien nur wenig geht, weiche ich neuerdings gerne auch mal nach innen aus.So entdecke ich nach und nach Stillleben als mögliche Motive. Vielleicht ensteht daraus eine neue Motivsammlung.
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September 2021
Jetzt im Herbst steht die Sonne wieder tiefer und bietet ständig wechselnde Lichteinfälle mit interessanten Schattenwürfen. Das Bild entstand auf unserer Terrasse. Schon wenige Minuten später war eine andere Schattensituation gegeben. Es wirkt besonders durch die Vielzahl der grafischen Elemente: Linie, Kreisform, Fläche, von denen nur die Spiralform im Bild oben links real ist.
August 2021
Das Bild entstand in einem Café in Griechenland. Die typische Holzbestuhlung mit den häufig durchgesessnen Polstern, die zudem immer wieder zufällig und „wild“ zusammengestellt wirkt, war auch in diesem Café das sympathische Charakteristikum der Einrichtung. Die Zusammenstellung der farblich kontrastierenden Stühle, die auch in der Realität tatsächlich schwarz und weiß waren, zeigt die griechische Café-Stimmung im Ausschnitt, exemplarisch und atmosphärisch verdichtet. Obwohl es kaum nötig war, wurde das Originalbild in schwarz-weiß umgewandelt, um die Bildwirkung zu verstärken und an den Rändern oben und unten etwas beschnitten.
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Juli 2021
Anders als im Monat Juli mit einem eher ruhigen Bild, habe ich mich im Juli für etwas mehr Dramatik entschieden. Das Bild entstand Mitte des Monats am Rand der Schwäbischen Alb unmittelbar vor einem aufkommenden Gewitter. Im Original ist es farbig, was aber leicht kitschig wirkt, so dass ich mich entschieden habe, es in eine s/w-Version umzuwandeln. Dabei wurde der Kontrast etwas angehoben. Hierdurch wird der dramatische Eindruck noch unterstützt und vermittelt die tatsächlich empfundene Stimmung besser.
Juni 2021
Manchmal ist Fotografieren Zufall ! – Zufällig ist man zum richtigen Zeitpunkt an einem Ort und braucht nur noch abzudrücken. So auch bei diesem Bild, das ich hier als eine Art „Schnappschuss“ als Bild des Monats Juni einstelle. Es gibt die Wetterstimmung in diesem Monat fast perfekt wieder. Bei untergehender Sonne, die den See in einem leicht rötliches Licht erscheinen lässt, ziehen dunkle Gewitterwolken auf. Das Bild wurde nur gerinfügig bearbeitet, indem der Vordergund etwas aufgehellt wurde. Da ich an diesem trüben Tag gar nicht mit spannenden Motiven gerechnet hatte, handelt es sich in diesem Fall um ein Handybild. Aber warum nicht.
Mai 2021
Das Bild schließt für mich an das Bild vom Vormonat an. Allerdings auf einem deutlich abstrakteren Niveau. Dabei kommt mein „Faible“ für Spiegelungen ebenso zur Geltung, wie mein Interesse an abstrakten Motiven, was durch die Umwandlung in eine s/w-Aufnahme noch verstärkt wird. Aber auch die Beobachtung von Licht und Schatten gehört in diesem Fall zur Struktur der Aufnahme. Somit werden in ihr mehrere Bereiche zusammengefasst, die ich in jeweils eigenen Kapiteln meiner Homepage aufgreife. (Abgebildet ist die Öffnung einer Regentonne, in die das Licht am frühen Nachmittag von schräg oben einfällt.)
April 2021
Eigentlich wollte ich an diesem regnerischen und trüben Tag gar kein Foto machen. Aber dann das: In einer Pfütze spiegelte sich das noch unbelaubte Geäst einer Platane. Optisch wurde der geteerte Boden aufgebrochen und das Oben konnte das Unten durchdringen. Somit steckt in dem Bild für mich nicht nur ein starker optischer Reiz, sondern auch ein Impuls, Dinge immer unter mehreren Perspektiven zu betrachten und sich dabei auf überraschende Sichtweisen einlassen zu können. Was, wenn nicht die Fotografie, kann hierzu die entscheidenden Impulse liefern?
März 2021
Das Bild wurde am Spätvormittag bei noch relativ niedrig stehender Sonne an einem Fluss im Südschwarzwald aufgenommen. Am gegenüber liegenden Ufer war ein noch unbelaubter Waldhang, durch den das Sonnenlicht gebrochen wurde. Um das Gegenlicht auszugleichen, wurde auf den Angler im Vordergrund belichtet und anschließend der Kontrast im Bildbearbeitungsprogramm noch leicht angepasst.
Februar 2021
Das Bild entstand am Spätvormittag im Konstanzer Hafen bei schräg einfallender Sonne.
Im Wasser, das sich nur leicht bewegte, spiegeln sich um die Festmacherbojen der Liegeplätze herum Seile, die zwischen den Pfählen der Bootskojen befestigt sind. Die weiße Reflektion kommt von einem Boot, das bereits im Hafen liegt.
Januar 2021
„Mittendrin im Schneetreiben“ – Der winterliche Bodensee, wie ihn wohl nur wenige kennen.





















































